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Als Begriff bedeutet “Iʿtikāf" dass man sich zurückzieht, z.B. In ein masǧid  oder einer madrasa. Insbesondere zum Schluss des Ramadans, also in den letzten Tagen ziehen sich Gläubige zurück um sich vollends vom materiell überladenen weltlichen Alltag zu befreien und in tiefer Spiritualität Gott zu gedenken und Gottesdienste zu verrichten. Die Männer können sich in einem masǧid oder einer madrasa  zurückziehen, während die Frauen sich zuhause oder an einem Ort, wo sie ihre täglichen Gebete verrichten, zurückziehen können. 

Iʿtikāf ist eine Sunna, die der ehrenwerte Prophet (s.a.s.) bis zum Ende seiner Lebzeiten niemals vernachlässigt hat. Zum Ende jeden Ramadans, genau gesagt in den letzten 10 Tagen des Ramadans hat sich der ehrenwerte Prophet (s.a.s.) in einem masǧid zurückgezogen. Dies hat er zu jedem Ramadan getan;

“Unser ehrenwerter Prophet (s.a.s.) hat sich in den letzten 10 Tagen des Ramadans zurückgezogen. Bis zu seinem Tod hat er dies fortwährend so gemacht.” (Buhari, İtikâf: 1; Müslim, İtikâf: 2)

“Der ehrenwerte Prophet (s.a.s.) hat sich zurückgezogen, sobald die letzten 10 Tage des Ramadans eintrafen, er belebte die Nacht (mit Gottesdiensten) und weckte die Hausbewohner.” (Buhari, Kadr: 5)

“Der ehrenwerte Prophet (s.a.s.) hat in den letzten 10 Tagen des Ramadans bis zu seinem Tod sich zurückgezogen (“Iʿtikāf"). Nach seinem Tod haben es seine Frauen im gleichgetan und sich fortwährend zurückgezogen. (Buhari, Îtikâf: 1)

“Wenn der ehrenwerte Prophet (s.a.s.) sich im masǧid zurückziehen wollte wurde sein Bett oder das worauf er schlafen würde hinter der Säule platziert.” (İbni Mâce, Sıyam: 61)

Der ehrenwerte Prophet hat in dieser Zeitspanne sich noch mehr Zeit für Gottesdienste genommen, er beschäftigte sich intensiver mit dem Qurʾān  und betete häufiger. Er hatte dies so gehandhabt und sorgte dafür, dass seine Gefolgsleute dies ebenso taten.

Diese Sunna, die heutzutage mehr und mehr in Vergessenheit zu geraten scheint, war für den Propheten (s.a.s.) äußerst wichtig. Ein Gelehrter sagte: “Wie vernachlässigen bloß die Leute die Praxis des Iʿtikāf? Immerhin gab es Praktiken die der Prophet (s.a.s.) manchmal machte und manchmal nicht. Die Praxis des Iʿtikāf hat jedoch bis zu seinem Tod nie vernachlässigt.”

Ein anderer Gelehrter beschrieb diese Praxis indem er sagte: “Jemand der sich zurückzieht gleicht ein Jenem, der wegen seiner Bedürftigkeit sich an der Türschwelle einer großen Persönlichkeit hinsetzt und sie anfleht, ohne zu gehen, bis seine Bedürfnisse gestillt werden. So flüchtet man auch in die Obhut Gottes und sagt wenn man so will, dass man nicht weggeht ehe einem die Sünden bergeben werrden.”