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Einer der Weisheiten warum das Fasten uns befohlen wird ist es, dass das Fasten für diesen Zweck ein idealer Gottesdienst ist. Denn der triebgeleitete Mensch und das Ego geht von seiner Freiheit aus und will frei agieren. Das Ego des Menschen denkt sogar es hat eine schöpferische Qualität. Es will nicht daran denken, dass es eigentlich von unzähligen Gnadengaben Gottes geformt wird. Wenn es dann noch im weltlichen bzw. materialistischen Sinne wohlhabend und vermögend ist und die Unachtsamkeit seine Augen geblendet hat, dann vertilgt und labt der egoistische Mensch sich in den Gaben Gottes quasi wie ein raubendes und primitives Tier.

Durch den heiligen Ramadan versteht eben jeder, vom Reichsten bis hin zum Ärmsten in seiner Gefühlswelt, dass er nicht König sondern Diener ist, nicht frei sondern Knecht ist. Wenn die Erlaubnis nicht ausgesprochen ist, kann er simpelste und einfachste Dinge nicht tun. Weil er nicht nach dem Wasser greifen kann, wird sein sich selbst erdachtes Schöpfertum zerschlagen. Er erkennt seinen Status als Diener Gottes wieder und nimmt diesen Status an, womit er in den Zustand der Dankbarkeit gegenüber Gott übergeht, welches seine Aufgabe ist.

Das Fasten im Ramadan zerschlägt somit auf direktem Wege das egoistische und sich nicht beugende, anarchistisch angehauchte Verhalten des triebgesteuerten Menschen. Das Fasten zeigt ihn seine Bedürftigkeit, sein Unvermögen und seine Armut auf, somit zeigt es ihm, dass er ein Knecht Gottes ist.

Es wird in der Überlieferung folgender Dıalog dargestellt:

Gott der Allmächtige sprach zur Triebseele (“Nafs”): “Was bin ich, was bist du?”

Die Triebseele sagte: “Ich bin ich und du bist du”.

Gott hat die Triebseele in die Hölle verbannt und hat anschließend wieder die selbe Frage gestellt. Dıe Antwort blieb gleichermaßen:

“Ich bin ich und du bist du”. Welch Pain auch immer Gott der Triebseele verhängt hat, die Triebseele wollte nicht von ihrem überheblichen und egoistischen Stolz abweichen. Danach hat Gott die Triebseele mit Hungersnot gestraft. Die Triebseele musste also hungern. Dann fragte Gott wieder:

“Was bin ich, was bist du?” Die Triebseele antwortete nun: “Du bist mein barmherziger Schöpfer. Ich bin dein hilfloser Diener”  (Vgl. El-Havbevî, Dürretüt’l-Vâizîn, s. 11.).