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Das Fasten hat viele Vorteile, wenn es darum geht zu verstehen dass der Mensch unzählige Bedürfnisse hat, gewissermaßen von Armut geprägt ist und wie hilflos er doch ist bei der Deckung dieser Bedürfnisse. Einer dieser Vorteile sieht so aus:

Der Mensch vergisst aufgrund der Unachtsamkeit seine eigene Beschaffenheit. Er sieht nicht oder will nicht sehen, was für ein hilfloses, bedürftiges und makelhaftes Geschöpf er ist. So wie aber der Mensch unzählige materielle Bedürfnisse wie Sauerstoff und Wasser hat, so hat er auch unzählige emotionale Bedürfnisse wie Geborgenheit, Liebe und Barmherzigkeit, von denen er abhängig ist und in der Beschaffung dieser er bedürftig ist. Und er kann nur einige dieser Bedürfnisse selbst decken, bei den meisten Bedürfnissen ist er hilflos. Regen ist nötig für das Wasser. Der Mensch kann es aber nicht einfach so ohne Weiteres regnen lassen. Damit wir Brot essen können, muss die Sonne scheinen, die Erde sich drehen und das Ökosystem muss neben noch vielen anderen Faktoren arbeiten. Wie hilflos doch der Mensch dabei ist, diese Faktoren zu beeinflussen liegt klar auf der Hand.  

Der Mensch vergisst auch gerne wie schwach, zerbrechlich, verletzbar, fragil und vergänglich er ist. So als ob er aus unzerbrechlichen Stahl gemacht wäre, stürzt er sich auf die Welt, im Gedanken unsterblich und ewig während. Mit einem überzogenen Eifer, einem Hunger und einer sehnsüchtigen Verbundenheit umarmt er die Welt. Er bindet sich an allem was nützlich und lustvoll ist. So wie den barmherzigen Schöpfer seiner Selbst und den eigentlichen Zweck seines Lebens vergisst, so denkt er auch nicht an sein ewig währendes jenseitiges Leben und labt sich in den Sünden dieser Welt.

Das Fasten im heiligen Monat des Ramadan lehrt selbst die egoistischsten und eigensinnigsten Menschen wie schwach, bedürftig und hilflos sie doch sind. Durch den Hunger gedenkt er seinen Magen und verspürt das Bedürfnis seines Magens. Er erinnert sich daran, wie schwach und zerbrechlich sein Körper ist. Er erinnert sich daran wie sehr er doch der Barmherzigkeit und der Führsorge Gottes bedürftig ist. Der Mensch weicht von seiner einem Pharao gleichenden Selbstglauben ab und verspürt den Drang sich mitsamt seiner Hilflosigkeit in die heilige Obhut Gottes zu begeben und begibt sich so mit seiner Dankbarkeit betend in die barmherzige Audienz Gottes – Sofern die Unachtsamkeit gegenüber Gott nicht bereits das Herz versiegelt hat.