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Eine der Weisheiten des Fastens im Ramadan ist es die Gaben Gottes zu verstehen und seine Dankbarkeit zum Ausdruck zu bringen.

Die Gaben erreichen uns mit verschiedensten Ursachen bzw. Mitteln. Denken wir an die Enstehung eines Apfels. Bevor der Apfel uns erreicht durchläuf er verschiedenste Schritte, vom Baum stammt er, vom Baum fällt er, dort wird er aufgesammelt und vom jeweiligen Händler verkauft. 

Wir schreiben diese Gaben zumeist diesen Enstehungsgründen zu und sehen Gott als den wahren Besitzer der Gaben nicht. Statt unseren Dank gegenüber Gott der dem Dank würdig ist auszudrücken, bedanken wir uns bei der Person die uns den Apfel bringt.

Für diesen Apfel hat im Hintergrund allerdings der ganze Kosmos gearbeitet. Denn für diesen Apfel brauchten wir die Sonne und eine sich drehende Erde. Wir brauchten ein Klima. Der leblose, farblose, geschmacklose und geruchlose Samen formt sich zu einer lebendigen, farbenfrohen, geschmackvollen und wohlriechenden Frucht. Wir sehen somit, dass die Geschöpfe arbeiten, so als ob sie ein Bewusstsein hätten und zeigen uns das Wissen, den Willen und die Allmacht Gottes auf. 

Wir können uns den Zustand einer Person die den Ursachen mit denen die Gabe Gottes kommt den eigentlichen Wert zuschreiben und so den Besitzer der Gaben nicht erkennen folgendermaßen vor Augen führen:

Nehmen wir an ein König schickt uns stellvertretend mit seinen Bediensteten einige Geschenke. Wäre es denkbar unseren Dank gänzlich diesem Bediensteten zu erbringen und den König einfach zu ignorieren?

Entsprechend diesem Beispiels sind die Ursachen mit denen bzw. durch die, die Gaben uns erreichen lediglich so etwas wie stellvertretende Bedienstete. Der wahre Besitzer ist Gott der Allmächtige. Gott will entgegen dieser Gnadengaben die Dankbarkeit des Menschen. Diese Dankbarkeit wird eben ausgedrückt durch das Rückbeziehen der Gaben zu Gott, sie direkt von Gott kommend zu sehen, über den Wert der Gaben zu sinnen und zu vernehmen bzw. zu verspüren, wie sehr wir diese Gaben brauchen.

Der heilige Monat des Ramadan ist ein Schlüssel zur wahrhaftigen und reinherzigen Dankbarkeit. Unter normalen Umständen ohne Zwang, würden viele Menschen einen wahrhaftigen Hunger und eine Bedürftigkeit gar nicht erst verspüren. Ohne den Hunger und die Bedürftigkeit versteht man nunmal nicht wirklich den Wert der Gaben. Ein satter und vor allem ein reicher Mann würde den Wert von trockenem Brot nicht erkennen und wissen können.

Wenn der Muslim aber das Fasten bricht und sich zu Tisch setzen kann, vernimmt er den Genuss dieses trockenen Brots und nimmt das Brot als eine überaus wertvolle Gabe Gottes wahr. Vom Reichsten bis hin zum Ärmsten, nimmt jeder im ehrenvollen Ramadan den Wert dieser Gaben wahr und drückt somit seine Dankbarkeit gegenüber Gott aus.

So wie es tagsüber verboten ist zu essen und zu trinken nimmt er die Gabe als solche wahr, da er innerlich sagt “Diese Gaben gehören mir nicht. Ich bin nicht frei in ihrer Eınnahme. Sie sind also das Eigentum und die Darbietung eines Anderen. Ich warte auf sein Befehl.”

Auf diese Weise verkommt das Fasten aus verschiedensten Gesichtspunkten zum Schlüssel zur Dankbarkeit, welches mitunter die eigentliche Aufgabe des Menschen hier auf der Welt ist.