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Das Fasten im ehrenvollen Ramadan bringt dem Menschen in materieller sowie spiritueller Ebene jede Menge Vorteile. Das Fasten wirkt wie eine Art Medizin auf Körper und Geist. So wie der Mensch seinen leiblichen Gelüsten freien Lauf lässt und damit langfristig seinen Körper schadet und alles einfach wie ein aggressives Tier ohne Acht auf Gebot und Verbot vertilgt, so vergiftet er allmählig auch seine Spiritualität. In diesem Zustand bändigt man seine Triebseele, die mit dem Befolgen von Befehlen immer Schwierigkeiten hat. Letztendlich stirbt die Triebseele nie ab, aber sie kann immer Überhand über den Menschen gewinnen.

Manche erleuchtete und weise Menschen sprechen bei der Erziehung bzw. Bändigung der Triebseele dem Verringern von Essen und Trinken und dem Vermehren des Gottesdienstes eine wichtige Rolle zu. Das Fasten im Ramadan leistet unter anderem genau dies und hilft dabei die Triebseele zu erziehen bzw. zu bändigen.

Der Magen der ansonsten eine Malhzeit nach der anderen mühselig verdauen muss, kann sich nun auch erholen. Durch das Befolgen des göttlichen Befehls nicht zu essen und zu trinken, etwas was normalerweise erlaubt wäre, fällt es dem Menschen geistig sowie körperlich schrittweise auch einfacher ohnehin Verbotenes zu meiden. Auf diese Weise ordnet er auch sein religiöses Leben.

Auf der anderen Seite verspüren viele Menschen oftmals Hunger. Um sich in Geduld und Ausdauer zu üben ist man auf Hunger und Verzicht angewiesen. Das Fasten welches zu manchen Momenten bzw. Situationen weit über zehn Stunden andauern kann ist gewissermaßen das ideale Training hierfür. Der Verlust an Geduld und Ausdauer gegenüber ungewollten Dingen und Situationen ist eine Krankheit unserer Zeit und das Fasten ist die ideale Medizin.

Mit dem Magen und dem Sättigungsgefühl hängen viele materielle sowie spirituelle Facetten des Menschen zusammen. Wenn der Magen zu dieser besonderen Zeit des Jahres nicht gereinigt wird und sich erholen kann, so vergisst auch der restliche Körper seine eigentliche Aufgabe des Gottesdienstes und ist mehr mit dem leiblichen Wohl beschäftigt. Daher ist es üblich gewesen dass erleuchtete und spirituell erhabene Menschen mit und für den spirituellen Aufstieg sich den nieden Gelüsten entsagen und vom Essen und Trinken abtreten.

Wenn wir den Körper als eine Fabrik ansehen und die Organe als die Mitarbeiter in dieser Fabrik, so erinnern und lernen diese Mitarbeiter durch das Fasten im heiligen Monat des Ramadans dass sie nicht einzig und allein zum Essen und Trinken da sind. Den körperlichen und niederen Gelüsten entgegen genießt der Mensch zur Zeit des Ramadans geistige und spirituelle Gaben Gottes. Daher kommen den Gläubigen gemäß ihrer geistigen Kapazitäten und Bemühungen zum Ramadan ganz eigene Erleuchtungen, spirituelle Genüsse und Segen hinzu. Durch die Gelegenheit des Fastens zum ehrenvollsten und Monat aller Monate gibt es viele Gelegenheiten zur Erleuchtung und Entfaltung von Körper, Geist und Seele sowie anderen Facetten des Lebens die wir noch gar nicht vor Augen haben. Entgegen dem Weinen des hungernden Magens lächeln sie alle engelsrein.